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Mehr Schlaganfall-Tote nach Feinstaub-Spitzen

21. September 2006 |

Die Feinstaubbelastung der Luft wird derzeit anhand von Tages- und Jahresmittelwerten beurteilt. Vorübergehende Konzentrationsspitzen müssen jedoch ebenfalls berücksichtigt werden, lässt eine Studie japanischer Mediziner vermuten. Zwei Stunden nach einem Anstieg der Feinstaubkonzentration steigt demnach auch das Risiko für Tod durch Gehirnblutung vorübergehend deutlich an.

“Standards für die Luftreinhaltung sollten nicht nur auf 24-Stunden-Mittelwerten beruhen, sondern auch auf stündlichen Werten”, folgern die Forscher um Shin Yamazaki und Shunichi Fukuhara von der Universität Kyoto. Ihre Resultate stellen sie im Fachblatt “Occupational and Environmental Medicine” vor.

Die Mediziner analysierten 63.724 schlaganfallbedingte Todesfälle bei mindestens 65 Jahre alten Personen in den Großstadtregionen Japans. Insbesondere fahndeten sie nach einem Zusammenhang mit den Konzentrationen mehrerer Luftschadstoffe in den Stunden und Tagen vor dem Todeszeitpunkt.

Fündig wurden sie im Falle von Feinstaub mit einem Durchmesser von höchstens 7 Mikrometer (PM7): War dessen Konzentration in den Monaten April bis September auf über 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft geklettert, war das Risiko für Tod durch Hirnblutung zwei Stunden später um 140 Prozent erhöht. Die über den Tag gemittelte PM7-Konzentration schien dabei keine Rolle zu spielen.

Für andere zeitliche Verzögerungen und Schadstoffe, für die übrigen Monate und für Schlaganfälle aufgrund von eines Gefäßverschlusses konnten die Mediziner keinen solchen Zusammenhang nachweisen. Letzteres könnte sich dadurch erklären, dass bei Schlaganfällen aufgrund einer Hirnblutung der Tod rascher eintrete, vermuten sie.

Forschung: Shin Yamazaki und Shunichi Fukuhara, Department of Epidemiology and Healthcare Research, Graduate School of Public Health, Kyoto University; und andere; Online-Veröffentlichung Occupational and Environmental Medicine, 21. September 2006, DOI 10.1136/oem.2005.021097

WWW:
Epidemiology and Healthcare Research, Kyoto University
Umweltbundesamt
- Feinstaub

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