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Mögliche Gefahr durch importierte Hummeln

12. Juli 2006 | Druckversion

Zur Bestäubung von Gewächshaus-Pflanzen werden immer häufiger Hummelvölker eingesetzt, die allein zu diesem Zweck gezüchtet worden sind. Eine Untersuchung britischer Forscher deutet nun darauf hin, dass diese Hummeln, sollten sie ins Freie gelangen, eine Gefahr für ihre wilde Verwandtschaft darstellen könnten. Das berichtet das Magazin “New Scientist” in seiner neuen Ausgabe.

Die meist importierten Hummeln gehörten zu anderen Unterarten als die einheimischen Völker, erläutert Thomas Ings vom Queen-Mary-College der University of London. Da sie rascher Nektar sammeln und sich schneller vermehren könnten, seien stellten sie eine potenziell bedeutsame Konkurrenz für die heimischen Völker dar. Entsprechende Resultate präsentieren der Biologe und seine Kollegen im “Journal of Applied Ecology”.

Die Forscher verglichen Verhalten und Leistungsfähigkeit von jeweils sieben kommerziellen und wilden Hummelvölkern. Dabei zeigte sich, dass die Zuchttiere mit den Freilandbedingungen gut zurechtkamen und an vier von fünf Standorten mehr Nektar sammelten als ihre wilden Verwandten.

Damit nicht genug: Zwar werden die kommerziellen Völker normalerweise ohne Königinnen ausgeliefert. Bei den Versuchen der Biologen brachten jedoch alle Zuchtvölker neben Drohnen auch Königinnen hervor, und das in großer Zahl. Dagegen tauchten in nur zwei der einheimischen Völker einige neue Königinnen auf.

Laut Ings und Kollegen zeigen diese Resultate, dass aus Gewächshäusern oder Transportern entkommende Hummeln sich durchaus etablieren und dann sogar heimische Verwandte verdrängen könnten. Daher seien strenge Kontrollmaßnahmen angebracht, wie sie etwa in Japan nach solchen Vorfällen erlassen worden seien, so der Forscher. “Meiner Meinung nach sind sich die meisten Entscheidungsträger nicht im klaren darüber, dass die kommerziell eingesetzten Tiere viele Eigenschaften aufweisen, wie man sie gemeinhin bei invasiven Arten findet.”

Forschung: Thomas C. Ings und Lars Chittka, School of Biological and Chemical Sciences, Queen Mary, University of London; Nicola L. Ward, CABI Bioscience, Egham; Veröffentlichung “Journal of Applied Ecology”, DOI 10. 1111/j.1365-2664.2006.01199.x / New Scientist, 12.07.06 (Printausgabe 15. Juli 2006)

WWW:
New Scientist
Biological and Chemical Sciences, Queen Mary, University of London
Aktion Hummelschutz
- Einsatz im Gewächshaus

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